GTPAL ist eine geburtshilfliche Kurznotation, die die Schwangerschaftsvorgeschichte einer Patientin zusammenfasst: Gravida (alle Schwangerschaften), Term (Geburten am Termin), Preterm (Frühgeburten), Abortions (Schwangerschaftsverluste) und Living (lebende Kinder). Dieser Rechner erstellt die vollständige Übersicht sowie die kürzere Gravida/Para-Notation für die schnelle Dokumentation aus einer strukturierten Liste früherer Schwangerschaften.
So funktioniert der GTPAL-Rechner
Jede eingetragene Schwangerschaft wird einem von vier Ausgängen zugeordnet: Geburt am Termin (ab 37+0 Wochen), Frühgeburt (20+0 bis 36+6 Wochen), Verlust vor 20+0 Wochen (Fehlgeburt oder eingeleiteter Schwangerschaftsabbruch) oder Eileiterschwangerschaft. Der Rechner zählt Gravida als Gesamtzahl der Schwangerschaften, Term und Preterm als Schwangerschaften in den jeweiligen Zeiträumen und A als Verluste sowie Eileiterschwangerschaften zusammen – gemäß der üblichen geburtshilflichen Dokumentation.
L ist die einzige Komponente, die nicht Schwangerschaften, sondern einzelne Kinder zählt: Sie summiert die Kinder aus allen Schwangerschaften, die heute leben. Deshalb kann L bei Mehrlingen (etwa Zwillingen oder Drillingen) höher sein als die schwangerschaftsbezogenen Werte. Para, die Parität in der Gravida/Para-Kurznotation, entspricht Term + Preterm – also der Zahl der Schwangerschaften, die mindestens 20 Wochen dauerten, unabhängig vom Ausgang.
Gravida/Para-Kurzschrift im Vergleich zur vollständigen GTPAL-Zeichenfolge
In der Geburtshilfe werden zwei verwandte, aber unterschiedliche Notationen verwendet. Die zweiteilige Gravida/Para-Kurznotation – G{gravida}P{para}, etwa G3P2 – lässt sich schnell schreiben und wird bei Vorsorge- und Triage-Terminen oft zuerst dokumentiert. Die ausführlichere fünfteilige GTPAL-Angabe gliedert Para in Term und Preterm auf und ergänzt A (Schwangerschaftsverluste) und L (lebende Kinder), sodass die Vorgeschichte in einer Zeile vollständiger dargestellt wird (zum Beispiel G3 T2 P0 A1 L2).
Ein häufiger Stolperstein: Der Buchstabe „P“ steht in der zweiteiligen Kurznotation für Para, in der fünfteiligen GTPAL-Angabe dagegen für Preterm. Auf der Registerkarte „Gravida/Para-Kurznotation“ werden beide Formate anhand derselben Eingaben nebeneinander angezeigt.
Grenzen und Randfälle
Dieses Tool unterstützt die Dokumentation; es ist kein klinisches oder diagnostisches Instrument. Es übernimmt die vom Benutzer eingegebenen Schwangerschaftsausgänge, ohne sie anhand einer Krankenakte unabhängig zu überprüfen. Die Grenzen von 37 Wochen für Term und 20 Wochen für A folgen der üblichen Konvention; einzelne Einrichtungen können abweichende lokale Standards verwenden. Mehrlinge sind der häufigste Grund dafür, dass L von den schwangerschaftsbezogenen Komponenten Gravida, Term und Preterm abweicht. Der Rechner zeigt einen Hinweis, wenn L nicht mit Term + Preterm übereinstimmt, damit die Abweichung nicht automatisch als Eingabefehler verstanden wird.